Limmerstr. 98 – Der Abriss hat begonnen

Wie uns heute bekannt geworden ist, haben die Abgrissarbeiten an der Limmerstr. 98 begonnen.
Bisher ist der Anbau des Vorderhauses abgerissen und auch am historischen Werkstattgebäude sind Abrissarbeiten zu beobachten.
Anfang des Monats haben wir durch eine mehrtägige Besetzung unter anderem auf den bevorstehenden Abriss aufmerksam gemacht und ein selbstverwaltetes Zentrum in den Räumlichkeiten der Limmer98 gefordert. Viele AnwohnerInnen zeigten sich solidarisch und unterstützten die BesetzerInnen. Die auch nach der Räumung andauernde Auseinandersetzung um ein selbstverwaltetes Stadtteilzentrum in Linden eskaliert dadurch weiter. Diese Eskalation wird uns aber nicht von unseren Forderungen abbringen. Wir machen weiter!!!

PM: Straßenfest Donnerstag den 16.06.2011 am Küchengarten Platz

Am Donnerstag den 16. Juni wird ein Strßenfest auf dem Küchengarten Platz stattfinden. Am letzten Donnerstag gab es dort bereits ein Staraßenfest, nur soll es dieses Mal ein breit gefächertes Programm geben.
Zum Beispiel wird es schmackhafte  Vokü und andere Leckereiene geben. Spenden sind erwünscht!
Zudem wird es wie beim letzten „ausgelagerten Hoffest Limmer98“ wieder einen total aufregenden Skate-Parcour für Groß und Klein geben. Für weitere Bespaßung ist auch gesorgt: zum Beispiel können Kinder sich oder andere schminken. Mensch kann sich auch auf artistische Einlagen freuen. Desweiteren werden Transparente gemalt, jede_r ist gebeten, noch  Stoff und Farben mitzubringen und mitzumalen. Informationen werden wieder am Infostand angeboten.

Wir sind ein autonomes Zentrum, das kein Haus hat! Solange wir nicht unseren Raum bekommen, werden wir ihn uns nehmen! Bis dahin nehmen wir uns die Straßen und Plätze! Kein Abriss der Limmer98 und anderer alter, zum Stadtbild Lindens gehörende Häuser! Für ein selbstverwaltetes Zentrum in Linden! Wir bleiben Alle!

PM-Demonstration 11.06.11

Heute am 11.06.20011 haben wir uns auf dem Küchengarten Platz getroffen um für ein  offenes selbstverwaltetes Zentrum in Linden und  gegen den Abriss der Limmerstr.98 zu demontrieren.

200 Unterstützer/innen der Besetzung der Limmerstr. 98 schlängelten sich entschlossenen und lautstarken quer durch Linden.  Nach einer Zwischenkundgebung vor der Limmerstr.98 und vielen solidarischen Redebeiträgen endete die Demo wieder auf dem Küchengarten Platz. Während der Demo schlossen sich viele Sympatisant/innen an, worüber wir uns alle gefreut haben.

Wir sind viele! Wir machen weiter!!

Gegen den Abriss der Limmerstr. 98. Für ein offenes selbstverwaltetes Zentrum in Linden!!!

P.S. Kommt alle zum Straßenfest am Donnerstag dem 16.06.2011 um 16:00 Uhr zum Küchengarten Platz.

Wir danken für die zahleichen Solidaritätsbekundungen und die Unterstützung.

Verhandlungen zwischen Vertreter_innen des Bezirksrats und den Besetzer_innen der L98

Heute, am 10.6, gab es Verhandlungen zwischen Vertreter_innen verschiedener Fraktion (SPD, Grüne, Die Linke, CDU) des Bezirksrats Linden-Limmer und Delegierten des Plenums der Hausbesetzung. Es wurden die verschiedenen Standpunkte der Anwesenden bezüglich der Besetzung, des Erhaltes der Häuser, als auch der Möglichkeiten eines selbstverwalteten Zentrums in der Limmerstraße 98 ausgetauscht. Außerdem sagten die Vertreter_innen des Bezirksrats zu, den während der Besetzung vorgeschlagenen halbjährigen Nutzungsvertrag in ihren Fraktionen zu diskutieren.
Alle Beteiligten waren interessiert, an einem kontinuierlichen Austausch festzuhalten. Darüber hinaus wurden Möglichkeiten diskutiert, den Eigentümer perspektivisch einzubinden. Das nächste Gespräch folgt in zwei Wochen, bis dahin gehen die Aktionen weiter. Die Besetzer_innen halten an ihren Forderungen fest und rufen dazu auf, morgen an der Demonstration um 15 Uhr am Küchengartenplatz gegen die Räumung, den Abriss, Stadtteilaufwertung und für ein selbstverwaltetes Zentrum L98 teilzunehmen.

Hoffest der Unterstützer_innen der Limmerstraße 98 wurde zum Straßenfest am Küchengarten

Am Donnerstag den 09.06.2011 haben wir ein kreativ spontan angesetztes Straßen- bzw. Platzfest auf dem Küchengarten veranstaltet.

Das ursprünglich als Hoffest geplante Fest wurde dort mit ca. 100 Unterstützer_innen, Kindern und diversen Lindener Butjer_innen und Passanten in gemütlicher Atmosphäre zelebriert. Mit Musik, VoKü (Volxküche), einem „Umsonstwagen“, Transparente zeichnen, Kinderschminken mal anders (die Kinder hatten die Schminkfarbe in der Hand), Skateboardparkours und traumhaftem Wetter wurde dieser zu einer kleinen Entspannung, in der sich alle Beteiligten kreativ ausleben konnten.

Die kreative Kraftpause werden wir nutzen, um am Samstag um 15:00Uhr am selbigen Ort lautstark und entschlossen gegen die Räumung und den Abriss der Limmerstraße 98 und gegen die fortschreitende Gentrifizierung – nicht nur in Linden – zu demonstrieren, um die Themen wieder in das Bewusstsein aller Leute zu rufen. Wir freuen uns auf die Beteiligung aller Butjer_innen, Unterstützer_innen und Sympathisant_innen.

Für eine Limmer 98! Gegen die fortschreitende Gentrifizierung in Linden und überall!

Kleines Straßenfest am Donnerstag (09.06)

Morgen wird ab 16 Uhr ein kleines Straßenfest auf dem Küchengarten Platz stattfinden. Es gibt was zu Essen, einen mobilen Umsonstladen, ein Transparent-Workshop für die Demo am Samstag, Skateparcours, einen Infostand und Musik.
Solange wir kein selbstverwaltetes Zenrum haben, sehen wir uns gezwungen, unsere Ideen auf der Straße umzusetzen. Also kommt vorbei und bringt euch und eure Ideen ein!
Das nächste Treffen findet übrigens am Samstag nach der Demo statt, je nach Wetterlage draußen oder in der Korn. Achtet auf Ankündigungen aus dem Lautsprecherwagen.
Also bis morgen!

Freiraum Demo am kommenden Samstag (11.06) um 15 Uhr Küchengartenplatz

Fünf Tage lang war das Hinter- und das Vorderhaus, die ehemalige Zweiradwerkstatt und der Hof der Limmerstraße 98 in Hannover-Linden besetzt. Als die Besetzung vergangenen Mittwoch begann, waren die Forderungen klar: Ein Abriss der Gebäude aus der Gründerzeit der Limmerstraße sollte verhindert werden, um sie für eine unkommerzielle Nutzung zur Verfügung zu stellen. Die Folgen dieser Aktion waren alles andere als absehbar. Viele Menschen im Stadtteil und darüber hinaus solidarisierten sich. Anwohner_innen versorgten die Menschen im Haus mit Lebensmitteln, Möbeln oder boten konkrete Unterstützung bei Renovierungsarbeiten an. Das Plenum, das höchste Entscheidungsgremium der Besetzung, entwickelte sich zu einem großen Treffen von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, die letztendlich eins verband: Die Unzufriedenheit mit der aktuellen Stadtentwicklung. Die Hausbesetzung schaffte eine Kommunikationsplattform, die es ermöglichte, die Vielseitigkeit dieser Unzufriedenheit miteinander zu diskutieren. Dem Diskussionsprozess entsprechend entwickelten sich auch die Forderungen weiter: Die lose Vorstellung einer unkommerziellen Nutzung wurde durch die Idee eines selbstverwalteten Stadtteilzentrums mit Inhalt gefüllt und, neben der Erhaltung der Gebäude, zu einem zentralen Element der Forderungen. Das Projekt L98 sollte den ersten Raum auf der Limmerstraße schaffen, in dem Menschen nicht nur als Konsument_innen verstanden werden, sondern selbst aktiv werden können. So gab es bereits verschiedene Ideen wie z.B. eine Fahrradwerkstatt, ein Infocafé , einen Umsonstladen und eine Volxküche zum Selbstkostenpreis. Es sollte einen Raum entstehen, in dem Herrschaftsverhältnisse wie Sexismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus keinen Platz haben und sich Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Geschlechts und ihrer (sexuellen) Orientierung begegnen können, ohne scheiße behandelt zu werden.
In den folgenden Tagen wurden stundenlange Verhandlungen mit dem Eigentümer geführt, um den Wunsch eines Zentrums auf dem Gelände der Limmerstraße 98 in die Tat umzusetzen. Die Besetzer_innen erklärten sich bereit einen Verein zu gründen und einen Nutzungsvertrag zu vereinbaren. Die zunächst signalisierte Bereitschaft des Besitzers offenbarte sich schließlich als leere Floskel, sodass die so vielversprechend gestarteten Verhandlungen immer aussichtsloser erschienen und die Androhung von Polizeigewalt begann, die Gespräche zu dominieren.
Der Rückgriff auf Polizeigewalt zur Durchsetzung der bestehenden Eigentumsverhältnisse ist charakteristisch für bürgerlich-kapitalistische Gesellschaften. Sie wird immer wieder herangezogen um sicherzustellen, dass sich Stadtentwicklung an der Verwertungslogik des Kapitals orientiert, statt an den Bedürfnissen der Bewohner_innen. Wenn es um die Planung und Veränderung unseres unmittelbaren räumlichen und sozialen Lebensumfelds geht, wird Mitbestimmung klein geschrieben. So kommt es, dass es Platz für unzählige profitorientierte Cafés & Bars auf der Limmerstraße gibt, obwohl kein Mensch danach gefragt hat, und kein Platz für ein selbstverwaltetes Zentrum ist, obwohl Hunderte dafür durch die Straßen ziehen.
Dieser Irrsinn gilt nicht nur für die kulturelle Struktur eines Stadtteils, sondern auch für die bestehenden Wohnverhältnisse. Die Frage lautet nicht, ob die Bewohner_innen Lindens Luxussanierungen oder einen zunehmenden Wandel von Miet- in Eigentumswohnungen wollen, sondern ob es sich rentiert. Mit dieser Entwicklung gehen Prozesse einher, in denen Menschen räumlich und sozial ausgegrenzt werden, weil sie ökonomisch nicht die Mittel haben, sich dieser Entwicklung anzupassen. Es handelt sich also um soziale Verhältnisse, aus deren Widersprüchlichkeit immer wieder gesellschaftliche Konflikte resultieren, die nicht mit Polizeigewalt zu lösen sind, sondern mit ihr nur verschärft werden.
Auch bei dem Konflikt um die Limmer98 handelt es sich um einen gesellschaftlichen. Deswegen kann sich weder der Besitzer noch die Stadt einfach aus Affäre ziehen, indem sie immer nur auf die geltende Rechtslage verweisen und wir mit Polizeigewalt geräumt werden. Eins ist für uns klar: Die Auseinandersetzung um ein selbstverwaltetes Zentrum hat gerade erst begonnen. Die Räumung der L98 ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Wir werden uns weiterhin für ein selbstverwaltetes Stadtteilzentrum einsetzen und es die Aufgabe der Stadt, im Dialog mit uns, eine Lösung für diesen Konflikt zu finden. Deswegen lasst uns am Samstag gemeinsam auf die Straße gehen, um gegen die Räumung, den Abriss und Stadtteilaufwertung zu demonstrieren. Lasst uns am Samstag gemeinsam auf die Straße gehen, um uns ein selbstverwaltetes Zentrum zu erkämpfen!