Pressemitteilung der Besetzung

PRESSEMITTEILUNG

Leerstehendes Haus in der Limmerstraße 98 besetzt

Heute abend gegen 18:30 Uhr haben Aktivist_Innen  das leerstehende Haus in der Limmerstraße 98 besetzt. Sie wollen damit auf den bevorstehenden Abriss der beiden Gebäude aufmerksam machen.

Das Gebäude, in dem langjährig das Fahrradgeschäft Aschemann ansässig war und seit einiger Zeit leer steht, hat vor Kurzem den Besitzer gewechselt. Durch eine Anfrage im Bezirksrat wurde bekannt, dass ein Abriss der beiden Gebäude unter dieser Adresse geplant ist. Dafür soll ein neues Haus mit sieben Wohneinheiten entstehen. Das für die Gründerzeit typische Gebäude steht leider nicht unter Denkmalschutz. Der Bezirksrat hat sich in einem Beschluss deutlich dafür ausgesprochen, das Gebäude zu erhalten.

Zu einem Dialog zwischen Verwaltung bzw. Politik und den neuen Besitzer_Innen ist es nicht gekommen. Anscheinend soll das Gelände kommerziell verwertet werden. Wir wollen, dass das Gebäude unter Berücksichtigung der sozialen Strukturen des Stadtteils umgenutzt und nicht abgerissen wird. Dazu laden wir die neuen Besitzer_Innen ein, mit uns in einen Dialog zu treten. Linden als klassischer Arbeiter_Innenstadtteil ist zunehmend von der Verteuerung der Mieten betroffen und steht dadurch vor einem Wandel der gewachsenen Lebenskultur. Der Ausschluss von ökonomisch Benachteiligten aus den innenstadtnahen Stadtteilen führt nicht nur in Linden zunehmend zu einem sozialen Problem. Mit unserer Aktion wollen wir auf diese Entwicklung, die durch städtische Modernisierung sozialen Ausschluss erzeugt, aufmerksam machen. Die Modernisierungsprozesse dürfen nicht nur vom Investitionsvolumen bestimmt werden, sondern müssen partizipativ von den Bewohner_Innen des Stadtteils mitbestimmt werden können.

Wir fordern daher:

  • eine Umnutzung des Gebäudebestandes unter Berücksichtigung der sozialen Strukturen des Stadtteils
  • keine kommerzielle Nutzung des Grundstückes
  • der schleichenden Gentrifizierung entgegentreten
  • eine ökologische Sanierung statt Abriss
  • die Eigentümer_Innen auf, ihre Pläne zu überdenken und mit uns und den Initiativen des Stadtteils in Dialog zu treten

Wir betonen, dass von unserer Aktion keine Eskalation ausgeht. Dass Haus ist offen, alle Interessierten sind eingeladen, zu uns zu kommen und mit uns zu diskutieren oder sich an unserer Aktion zu beteiligen. Es geht keinerlei Gefährdung von uns aus, niemand hat ein Interesse, das Gebäude zu beschädigen. Mit dieser deeskalativen Haltung senden wir unser Kontaktangebot an die neuen Eigentümmer_Innen.

Weitere Informationen:

limmer98.wordpress.com

twitter.com/limmer98

Kontakt:

limmer_98@yahoo.de

Tel.: 0175-6701310

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Ein Kommentar zu “Pressemitteilung der Besetzung

  1. Hallo liebe Besetzer_innen,
    über die Onlinepräsenz der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung bin ich auf euere Aktion aufmerksam geworden. Ohne Hausbesetzungen im Allgemeinen und eure Hausbesetzung im Speziellen bewerten zu wollen, sind mir doch einige widersprüchlichen Punkte in eurer Pressemitteilung aufgefallen.
    Zunächst einmal ist es natürlich schade, wenn ein historisches Gebäude abgerissen wird, da Neubauten in der Regel wahrlich nicht sonderlich schön sind. Nur damit wir uns was das angeht einig sind.

    „Wir wollen, dass das Gebäude unter Berücksichtigung der sozialen Strukturen des Stadtteils umgenutzt und nicht abgerissen wird“

    Ein bischen wage formuliert, meint ihr nicht? Wieso konkretisiert ihr nicht eure Pläne und entwickelt ein eigenes Konzept zur Nutzung der Limmerstraße 98?

    „Linden als klassischer Arbeiter_Innenstadtteil ist zunehmend von der Verteuerung der Mieten betroffen und steht dadurch vor einem Wandel der gewachsenen Lebenskultur“

    Linden ist schon lange kein Arbeiterviertel mehr. Da brauch man sich nichts vormachen. Daher ist es auch unsinnig von einem jetzt stattfindenen Wandel der Lebenskultur dort zu sprechen. Eine Arbeiterkultur herrscht dort schon lange nicht mehr vor. Und dass die Mieten dort teuer werden hat weniger mit Investroren zu tun, die Häuser abreißen wollen sondern eher mit dem hohen Interesse vieler Studenten und junger Berufstätigen zu tun, die gerne in einer schönen Wohngegend wohnen wollen.

    „Wir fordern daher: der schleichenden Gentrifizierung entgegentreten“

    Soso? Wisst ihr was dazu beitragen würde? Wenn ihr die Lieblingsbar, das Anna Limma, den netten Vietnamesen oder Riva auffordern würdet zu schließen. Weil dies doch die Läden sind, die einen Stadtteil attraktiv machen. Aber da ihr vermutlich zu großen Teilen selber in Linden wohnt und gerne dort einkehrt ist das Interesse daran wohl eher gering. Bei allem Respekt: man sollte durchaus auch seine eigene Rolle kritisch durchleuchten und nicht nur auf andere Zeigen.

    Und eine Sache hätte ich gerne erklärt: ihr sprecht euch gegen steigende Mieten aus aber möchtet nicht, dass neue Wohneinheiten entstehen. Soweit ich weiß sinken Mieten doch eher wenn ein größeres Angebot entsteht, oder? Daher sollte man doch nicht künstlich das Mietangebot verknappen, sondern eher ausbauen.

    „Mit dieser deeskalativen Haltung senden wir unser Kontaktangebot an die neuen Eigentümmer_Innen“

    Im Ernst mal, sonst gehts noch? Ihr besetzt ein Haus und brüstet euch dann damit, dass ihr deeskalativ seid? Ich meine, macht was ihr wollt, aber schwafelt dann doch nicht so ein selbstgerechtes Zeug.

    Gibt es eigentlich Informationen über den Eigentümer, über seine Interessen und seine Rolle in der ganzen Geschichte? Oder ist über den nichts bekannt?

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