Freiraumdemo gegen Gentrifizierung

Im hannoverschen Stadtteil Linden demonstrierten am Samstag, den 22.09.2012 ca. 300 Menschen entschlossen gegen Gentrifizierung und soziale Verdrängung. Sie trugen zudem die Forderung nach einem autonomen Stadtteilzentrum in Linden auf die Straße. Organisiert wurde die Demo von unabhängigen Aktivist_innen. Sie bewegte sich unter anderem durch die zentral gelegene Limmerstraße, auf der sich täglich viele Menschen bewegen und treffen. Zudem verlief sie entlang vieler Gebäude die im Zeitraum des letzten Jahres Schauplätze von Besetzungen wurden. Auch passierte sie ein Gebäude, in dem die Gruppe Stadtteilleben ein Wohnprojekt errichten will, das sich im Mietshäusersyndikat organisiert. Erst gestern erreichte die Gruppe die Bestätigung, das Haus nutzen zu können. Entlang der Demo wurden Flyer zum Thema verteilt, die äußerst positiv aufgenommen wurden. Es gab außerdem einige Solidaritätsbekundungen aus verschiedenen Wohnungen auf der Demoroute. Diese äußerten sich durch Fahnen, Luftballons, Konfetti und Bengalos. Auf den jeweiligen Kundgebungen wurden Redebeiträge der Demo-Orga, der Kampagne Ahoi, der Antifaschistischen Aktion Hannover, dem Freiraum Hameln und dem UJZ Korn. Auch wurde zu einer baldigen Demonstration für den Wagenplatz Oldenburg und der Unterstützung des derzeitige Flüchtlingsmarsches aufgerufen. Eines der Transparente rief zur Solidarität mit dem kürzlich geräumten Delta Squat in Thessaloniki auf.

Größtenteils verlief die Demo ruhig. Allerdings ließen die Bullen es sich nicht nehmen, nach einigen harmlosen Pyro-Aktionen (Leuchtfeuer), in die Demo einzugreifen. Einem_r Teilnehmer_in werfen sie vor, Polizeikräfte mit Steinen angegriffen und bedroht zu haben. Die Person wurde brutal zu Boden gebracht und festgehalten und schließlich in Gewahrsam genommen. Die Demo reagierte darauf äußerst offensiv und empört. Die Bullen setzten massiv Pfefferspray, Knüppel und Schläge ein. Auch nachdem sich die Lage etwas beruhigt zu haben schien, ließ dies nicht nach. So wurden auch schlichtende Personen und Ordner_innen angegangen. Einige der Bullen fielen darüber hinaus durch das Tragen von Quarzsandhandschuhen auf. Als der zuständige Einsatzleiter darauf angesprochen wurde, wusste er sich nicht anders zu helfen, als verlegen zu reagieren und rote Bäckchen zu bekommen. Der_die in Gewahrsam Genommene kam nach einigen Stunden wieder frei. Nach Rücksprache mit dem_der Versammlungsleiter_in hielten die Bullen dann Abstand. Danach gab es keine weiteren Provokationen.