Unsere Mittel bestimmen wir!

Stellungnahme zu der Pressemitteilung der CDU-Ratsfraktion vom 09.01.2013 http://www.cdu-hannover.de/pdfs/2013/pres02_01.pdf

Hausbesetzungen sind seit Jahrzehnten ein beliebtes und erfolgreiches Mittel der politischen Auseinandersetzung. Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass sich ein CDU-Ratsherr anmaßt uns die Wahl unserer Aktionsformen vorschreiben zu wollen. Besetzungen sind nach wie vor legitim und werden daher von uns weiter dazu verwendet politische Probleme zu thematisieren. Wenn die CDU nach eigenem Bekunden nicht einmal erkennen kann, dass Menschen in Linden verdrängt werden, hat sie, im Gegensatz zu uns, den Bezug zu den Menschen vor Ort verloren, sofern sie ihn je hatte.

Für positive Veränderung in Linden – Für mehr Besetzungen und ein autonomes Stadtteilzentrum!

Denn’s Biomarkt – Was ist das Problem ?

Denn’s Biomarkt will am 24.01.2013 in der Limmerstr.3-5 eine Filiale eröffnen.
Im Vorfeld regt sich Unmut und Widerstand entsteht.

Hinter Denn’s Biomarkt steht der Bio-Großhändler Dennree (Umsatz 420 Mio. € / Gewinn 16 Mio. € / Umsatz Denn’s allein 110 Mio. € ). Dennree beliefert auch Biomärkte in Linden.
Jetzt will Dennree über seine Biomarktkette Denn’s aber einen eigenen Biomarkt in Linden. Mit der enormen Kapitalschwungmasse im Hintergrund ist dies eine Bedrohung.

Heutige Situation :
In der Stephanusstraße befindet sich der Bio-Laden „BioLogisch“ und in der Limmerstraße der Bio-Laden „Humus“. Zusätzlich gibt es in der Limmerstraße das vegane Fachgeschäft „Nature’s Food“ und die Bio-Bäckerei „Doppelkorn“, nicht zu vergessen die zahlreichen Supermärkte „Netto“,“Edeka“,“Rewe“ etc. die „Mainstream“-Bio-Produkte führen.

Die Versorgung mit Bio-Produkten ist folglich außerordentlich gut in Linden-Nord; und auch wir finden die ökologische Produktion von Lebensmitteln ansich unterstützenswert. Die zusätzliche Marktmacht Denn’s kann jedoch nur durch Verdrängung platziert werden.
Diese Verdrängung beinhaltet zusätzlich schlechtere Arbeitsbedingungen durch
untertarifliche Bezahlung in einem streng renditeorientierten Arbeitsumfeld. Kapitalrendite steht bei Denn’s im Mittelpunkt und nicht der Mensch.

Die folgende Formulierung von der Denn’s Homepage ist für Linden-Nord völlig unzutreffend, um genau zu sein, lächerlich…
„Das denn’s Filialnetz wird stetig ausgebaut, um Städte, in denen es bisher kein oder ein
nur minimales Bio-Angebot gab, besser mit Bio zu versorgen.“
(Quelle http://www.dennree-biohandelshaus.de/einzelhandel/denns )

Aussage von Thomas Greim (Geschäftsführer Dennree) in der „taz“ :
„Denn’s wird dieses Jahr vielleicht 110 Million Euro Umsatz und eine Million Euro Gewinn machen. Wenn noch weniger in unseren Bilanzen stehen würde, bekämen wir keine Mietobjekte mehr. Keine Bank würde uns Geld geben. Und eine Firma muss einfach einen Puffer haben für Rückschläge.“
(Quelle: http://www.taz.de/!83270/ )
Damit begründet Herr Greim die untertariflichen Löhne. Wenn es so schwer ist, Kohle für Mietobjekte ranzuschaffen und das nur durch untertarifliche Mitarbeiter_innenlöhne finanzierbar wird, dann soll Denn’s es doch einfach sein lassen.
Scheinbar ist die Rendite aber doch attraktiv…

Interessen anderer Menschen mussten schon zurückstecken :
In der Limmerstr. 3-5 wurde eine ganze Ladenreihe inhabergeführter Geschäfte durch Denn’s in Zusammenarbeit mit den Hauseigentümern Kindler und Fries von Wohnwert zerstört.
(Die Entwicklung dokumentiert in der HAZ :
http://www.haz.de/Hannover/Aus-den-Stadtteilen/West/Umbauplaene-verunsichern-Ladeninhaber-an-der-Limmerstrasse
http://www.haz.de/Hannover/Aus-den-Stadtteilen/West/Biomarkt-zieht-in-die-Limmerstrasse )

Die anstehende Eröffnung des Denn’s Biomarkt ist ein klares Indiz für Gentrifzierung in Linden !

Stadtteilzentrum statt Eigentumswohnungen

Kurz vor dem Jahreswechsel haben wir erfahren, dass die ehemalige Polizeiinspektion in der Gartenallee vom Immobilienfonds Whitehall an Privatinvestoren verkauft wurde. Das Whitehall sich von diesem Gebäude trennte war ein längst überfälliger Schritt. Allerdings ging damit auch die Möglichkeit verloren sich gütlich mit dem Immobilienfonds über eine Zwischen- bzw. Nachnutzung zu einigen. Da die neuen Eigentümer, anders als der Vorbesitzer, Pläne für das Gebäude haben, wird sich der Kampf um ein Stadtteilzentrum nun schwieriger gestalten. Dabei hängen der Aufwand und die Maßnahmen unseres Widerstandes auch von den Plänen des Eigentümers ab. Ein Kindermuseum, das ebenso wie das von uns favorisierte Stadtteilzentrum der Öffentlichkeit zugänglich gewesen wäre, hätte sogar unsere Unterstützung gefunden. Weitere Eigentumswohnungen empfinden wir jedoch als Hohn und Angriff auf die von uns in den letzten Jahren geleisteten Bemühungen und auf alle, die sich Eigentumswohnungen nicht leisten können.
Deswegen haben wir kurz nach Neujahr unseren Unmut zum Ausdruck gebracht und Banner an der Fassade der Stephanusvilla befestigt. Das Gebäude wurde dieses Mal danach wieder verlassen. Wir wissen allerdings, dass die Zeit gegen uns arbeitet und der Einzugstermin bereits für 2013 vorgesehen ist. Auch wenn wir hier bereits jetzt versprechen können, dass dieser Termin nicht eingehalten wird, so müssen wir unsere Anstrengungen erhöhen und werden zwangsläufig nicht um eine Besetzung des Gebäudes herum kommen.
Zum jetzigen Zeitpunkt suchen wir aber zunächst ausdrücklich den Dialog. Ob es dabei bleibt, oder Eigentümer und Stadt den Konflikt eskalieren lassen, wird die Zukunft zeigen.
Gartenallee
Stephanusvilla am Morgen des 03. Januar