Hausbesetzung in Marburg

In der Nacht vom 9.2. zum 10.2.2013 wurde in Marburg in der Schulstraße 14 ein altes Schulgebäude von einer Initiative besetzt, die sich für bezahlbaren Wohnraum sowie ein soziales und selbstverwaltetes Zentrum einsetzt.
Die Besetzung geschah mit der Intention, die sich zuspitzende Wohnraum-Problematik, das Fehlen von öffentlich zur Verfügung stehendem Raum für soziale und politische Initiativen und die Privatisierung von öffentlichem Raum in Marburg zu thematisieren. Bezahlbarer Wohnraum z.B. in Form von sozialem Wohnungsbau wird immer seltener in Marburg. Menschen mit niedrigen Einkommen werden zunehmend aus dem Innenstadtgebiet verdrängt. Stattdessen werden teure Einzimmerappartments von privaten Investoren, wie z.B. S+S, gebaut. Zu Semesterbeginn kampieren immer mehr Studierende in sogenannten Notbetten.

Insgesamt 150 Menschen wählten diesen unkonventionellen Weg der Besetzung, um die leer stehenden Räume der Fronhofschule nun für die Dinge zu nutzen, für die in Marburg kein oder zunehmend weniger öffentlicher Raum vorhanden ist. Für den Zeitraum des Wochenendes gestalten sie diesen Raum gemeinsam als öffentlich zugängliche Diskussions- und Veranstaltungsplattform. Diese Plattform soll dabei gerade in Räumen enstehen, die konkret von langem Leerstand und anschließender Privatisierung betroffen sind.

„Ich bin hier, weil ich die Forderungen, die wir auf der gestrigen Demo unter dem Motto -Wir sind sehr wütend- gestellt haben in die Praxis umsetzen wollte.“ sagt Juan Martinez, Teilnehmer am Plenum der Hausbesetzerinnen und Hausbesetzer, enthusiastisch. „Alle Bürgerinnen und Bürger Marburgs sind herzlich dazu eingeladen vorbei zu kommen und sich einzubringen“ fügt Marlene Häusler hinzu. „Wir begreifen unsere Besetzung auch als Aufforderung an die Stadt, an den von uns kritisierten Zuständen etwas zu ändern und Räume zur Verfügung zu stellen. Wir stehen natürlich für Verhandlungen oder Gespräche bereit.“

Wohnraum vergesellschaften! – Soziale Zentren schaffen! – Für unser Recht auf unsere Stadt!

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