Veranstaltung: Fremd im eigenen Land?*

– Wohn- und Lebensbedingungen von Sinti und Roma in Deutschland

Seit über 600 Jahren leben Sinti im Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland. Sie sind seit Generationen sesshaft und besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft.1997 hat die Bundesrepublik Deutschland die Sinti und Roma deutscher Staatsangehörigkeit als nationale Minderheit anerkannt; gleichberechtigt neben Dänen, Friesen und Sorben. Doch noch immer tut sich die deutsche Mehrheitsgesellschaft schwer damit unterschiedliche Lebensweisen positiv aufzunehmen. Der deutsche Antiziganismus reicht weit über den Nationalsozialismus hinaus, auch wenn dieser den Höhepunkt in der Verfolgung mit dem Völkermord an Sinti, Roma und Lalleri darstellte. Aber auch die Nachkriegsgesellschaft tat sich schwer mit den Sinti, die nach dem Krieg in ihre alte Heimat Niedersachsen zurückgekehrt waren oder hier eine neue Heimat gefunden hatten. Diskriminierung und Ausgrenzung durch die Behörden und die Bevölkerung und die oft willkürliche und demütigende Behandlung durch die Polizei und die Ordnungsämter hatten weiter bestand. Und auch heute noch wirken sich die Ressentiments auf die Wohn- und Lebensbedingungen aus. Der Historiker und Politologe Boris Erchenbrecher arbeitet bei der Niedersächsischen Beratungsstelle für Sinti und Roma. Er wird die unterschiedlichen Gruppen darstellen und über ihre jetzige Situation in Deutschland und Hannover berichten.

Datum: Donnerstag 13. Juni, 18.00 Uhr
Ort: Café Siesta/Faust (Zur Bettfedernfabrik 3)

Eine Veranstaltung im Rahmen des Festival contre le racisme des AStA der Uni Hannover. Das gesamt Programm findet ihr hier: http://fclr.blogsport.de/

*Der Name der Veranstaltung bezieht sich auf den Titel des Buches „Fremd im eigenen Land: Sinti und Roma in Niedersachsen nach dem Holocaust“ von Boris Erchenbrecher. Auch wir lehnen Natinalisstaaten und Patriotismus ab, wollen aber gleichzeitg deutlich machen, dass hier unterschiedlichste Menschen leben, die sich zu hause fühlen, von der Mehrheitsgesellschaft allerdings als „fremd“ empfunden und diskriminiert werden.

Advertisements