Zwangsräumung verhindert!

Solidarität mit den Betroffenen!
Seit Anfang des Jahres wird das Haus in der Göttinger Straße 59 zum Verkauf angeboten. Das Gebäude wurde größtenteils von ALG II Empfänger_innen bewohnt. Da der Vermieter jedoch das Wasser abstellen ließ und Teile der Rohrleitung heraussägte, sind bis auf zwei Mietparteien mittlerweile alle Bewohner_innen ausgezogen. Mitte August stellte er dann auch den Strom ab. Mit dieser gezielten „Entmietung“ soll das Haus für potenzielle Investor_innen interessanter gemacht werden.
Wegen einer angeblich undichten Leitung ist zudem das Gas abgestellt. Der Behauptung, dass das Haus deshalb unbewohnbar sei, widersprechen die Stadtwerke vehement. Dazu kommt, dass die Bewohner_innen vor einem Jahr eine erhebliche Summe für die Reparatur, der Gasleitung zahlen mussten.

Für Schlagzeilen sorgte der Fall, nachdem einem Mieter trotz gültigen Mietvertrages kurzerhand die Tür zur bereits vom ihm geräumten Wohnung zugemauert wurde.
Dass die Mieter_innen sich anwaltliche Hilfe geholt hatten und vor dem Amtsgericht eine einstweilige Verfügung bezüglich des Wassers erstritten hatten, interessierte den Eigentümer Heiko Jordan, Besitzer zahlreicher hannoverscher Immobilien, kaum. Bis heute könnten die Bewohner_innen nicht einmal die Toilette benutzen, wie Mieteranwältin Fink erklärt. Trotzdem wollten eigentlich viele bleiben. Die beiden Menschen, die noch in dem Haus wohnen, finden auf dem angespannten Wohnungsmarkt keine neue Bleibe und haben große Probleme einen Ort zum Unterstellen ihrer Sachen zu finden.

Zwangsräumung Göttinger
Das Entrümpelungsunternehmen musste unverrrichteter Dinge wieder fahren

Dass der Vermieter das Haus zum jetzigen Zeitpunkt verkaufen will, ist kein Zufall, sondern kann als Teil der Gentrifizierungsprozesse in Linden-Süd gesehen werden. Nachdem die Sanierung des Ahrbergviertels bereits seit einigen Jahren abgeschlossen ist, sind nun auch die Lofts im alten Hanomag Gebäude bezugsfertig.

In Hannover finden jährlich 700 Zwangsräumungen statt. In der Regel bekommt niemand außer den Betroffenen etwas davon mit.

Heute wurde nun erstmals durch ein gemeinsames Frühstück mit Anwohner_innen und Aktivist_innen eine Räumung verhindert. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

Veranstaltung: Fremd im eigenen Land?*

– Wohn- und Lebensbedingungen von Sinti und Roma in Deutschland

Seit über 600 Jahren leben Sinti im Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland. Sie sind seit Generationen sesshaft und besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft.1997 hat die Bundesrepublik Deutschland die Sinti und Roma deutscher Staatsangehörigkeit als nationale Minderheit anerkannt; gleichberechtigt neben Dänen, Friesen und Sorben. Doch noch immer tut sich die deutsche Mehrheitsgesellschaft schwer damit unterschiedliche Lebensweisen positiv aufzunehmen. Der deutsche Antiziganismus reicht weit über den Nationalsozialismus hinaus, auch wenn dieser den Höhepunkt in der Verfolgung mit dem Völkermord an Sinti, Roma und Lalleri darstellte. Aber auch die Nachkriegsgesellschaft tat sich schwer mit den Sinti, die nach dem Krieg in ihre alte Heimat Niedersachsen zurückgekehrt waren oder hier eine neue Heimat gefunden hatten. Diskriminierung und Ausgrenzung durch die Behörden und die Bevölkerung und die oft willkürliche und demütigende Behandlung durch die Polizei und die Ordnungsämter hatten weiter bestand. Und auch heute noch wirken sich die Ressentiments auf die Wohn- und Lebensbedingungen aus. Der Historiker und Politologe Boris Erchenbrecher arbeitet bei der Niedersächsischen Beratungsstelle für Sinti und Roma. Er wird die unterschiedlichen Gruppen darstellen und über ihre jetzige Situation in Deutschland und Hannover berichten.

Datum: Donnerstag 13. Juni, 18.00 Uhr
Ort: Café Siesta/Faust (Zur Bettfedernfabrik 3)

Eine Veranstaltung im Rahmen des Festival contre le racisme des AStA der Uni Hannover. Das gesamt Programm findet ihr hier: http://fclr.blogsport.de/

*Der Name der Veranstaltung bezieht sich auf den Titel des Buches „Fremd im eigenen Land: Sinti und Roma in Niedersachsen nach dem Holocaust“ von Boris Erchenbrecher. Auch wir lehnen Natinalisstaaten und Patriotismus ab, wollen aber gleichzeitg deutlich machen, dass hier unterschiedlichste Menschen leben, die sich zu hause fühlen, von der Mehrheitsgesellschaft allerdings als „fremd“ empfunden und diskriminiert werden.

PM: Kampagne Ahoi besucht Verfassungsschutz

Nachdem vergangene Woche bekannt wurde, dass die Besetzer_innen der ehemaligen Polizeiinspektion West vom Verfassungsschutz beobachtet werden, haben sich am Samstag spontan ein dutzend Menschen vor dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport versammelt um gegen Überwachung zu protestieren. Dabei wurden Transparente entrollt und die Abschaffung des Verfassungsschutzes gefordert. „Mit Rückgriff auf die Extremismusformel wird emanzipatorische Gesellschaftskritik mit nationalsozialistischer Ideologie gleichgesetzt und kriminalisiert. Diese Unzumutbarkeit gilt es mit all ihren institutionalisierten Auswüchsen in die Geschichtsbücher zu katapultieren.“, sagt Paula Ozgül, Sprecherin der Kampagne Ahoi. Die Aktion war nur von kurzer Dauer und wurde noch vor dem Eintreffen der Polizei beendet.

Die Kampagne Ahoi setzt sich seit der Räumung der Limmerstraße 98 im Juni letzten Jahres für ein autonomes Stadtteilzentrum in Linden ein und macht seitdem vor allem durch Hausbesetzungen von sich Reden. Der Verfassungsschutz hat Hinweise darauf, dass die Ziele der Kampagne über ein Stadtteilzentrum hinaus reichen und sich gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung richten. „Klar wenden wir uns gegen eine kapitalistische Gesellschaftsordnung, in der unterschiedliche Lebensentwürfe keinen Platz finden.,“ fügt Paula hinzu. „Da machen wir doch kein Geheimnis draus.“

Castor Ahoi….

Es ist mal wieder so weit, im Wendland wird die 5. Jahreszeit eingeläutet, der 13. Castor-Transport aus La Hague rollet mit massiver Bullebewachung in das sogenannte Zwischenlager nach Gorleben. Weiterlesen

Limmerstasse-Fest gekapert

Am Samstag den 11.09. kaperten Aktivist_innen aus dem Umfeld der „Kampagne Ahoi- Für ein Autonomes Stadtteilzentrum Linden“ einige Quadratmeter des kommerziellen Limmerstraßenfest. Direkt vor dem Haus Limmerstrasse 56 wurde versucht über einen Aufsteller, mittels sogenannter Kommunikationsguerilla, auf die brutalen Methoden der Immobilien-Firma Wohnwert aufmerksam zu machen. Welche zur Zeit mit diversen Schikanen versucht den letzten verbliebenen Mieter (des Hinterhauses Limmerstrasse 56) zum „freiwilligen“ Auszug zu bewegen. Zu den Praktiken der Firma Wohnwert siehe Lindenspiegel Juli, August und September (auf Seite 2).

Daneben wurden Flyer welche über die Kampagne Informierte Verteilt und Kuchen gegen Spende angeboten.

PM: Banken-Rave für ein Autonomes Stadtteilzentrum in Linden

Am Mittwoch, den 07.09.2011, haben Unterstützer_innen der „Kampagne Ahoi- Für ein Autonomes Stadtteilzentrum Linden“ die Räumlichkeiten von Geldautomaten in Partylocations verwandelt. Die beiden Sparkassenfilialen als auch die Volksbank auf der Limmerstraße waren von der Umnutzung betroffen. Während ein mobiles Soundsystem für elektronische Tanzatmosphäre in den Filialen sorgte, wurden vor der Tür Flugblätter verteilt und Transparente entrollt. Die Feierlichkeiten wurden nach etwa einer Stunde beim Eintreffen der Polizei aufgelöst, geblieben ist nur die Party-Deko: Luftschlangen und Konfetti. Die „Kampagne Ahoi“, die aus der Besetzung der Limmerstraße 98 Anfang Juni hervorgegangen ist, will mit „temporären Besetzungen öffentlicher Räume auf die Notwendigkeit eines Autonomen Stadtteilzentrums aufmerksam machen, um sich gegen Stadtteilumstrukturierung organisieren zu können“, heißt es in einem Flugblatt. In den vergangenen Monaten seit der Räumung der Limmer98 haben bereits Demonstrationen und Straßenfeste in Linden stattgefunden. „Solange der Schaffung eines Autonomen Stadtteilzentrums weiterhin Steine in den Weg gelegt werden, wird es weitere Aktionen geben“, verkündet die Kampagne in einem anderen Flugblatt.