PM: Kampagne Ahoi besucht Verfassungsschutz

Nachdem vergangene Woche bekannt wurde, dass die Besetzer_innen der ehemaligen Polizeiinspektion West vom Verfassungsschutz beobachtet werden, haben sich am Samstag spontan ein dutzend Menschen vor dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport versammelt um gegen Überwachung zu protestieren. Dabei wurden Transparente entrollt und die Abschaffung des Verfassungsschutzes gefordert. „Mit Rückgriff auf die Extremismusformel wird emanzipatorische Gesellschaftskritik mit nationalsozialistischer Ideologie gleichgesetzt und kriminalisiert. Diese Unzumutbarkeit gilt es mit all ihren institutionalisierten Auswüchsen in die Geschichtsbücher zu katapultieren.“, sagt Paula Ozgül, Sprecherin der Kampagne Ahoi. Die Aktion war nur von kurzer Dauer und wurde noch vor dem Eintreffen der Polizei beendet.

Die Kampagne Ahoi setzt sich seit der Räumung der Limmerstraße 98 im Juni letzten Jahres für ein autonomes Stadtteilzentrum in Linden ein und macht seitdem vor allem durch Hausbesetzungen von sich Reden. Der Verfassungsschutz hat Hinweise darauf, dass die Ziele der Kampagne über ein Stadtteilzentrum hinaus reichen und sich gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung richten. „Klar wenden wir uns gegen eine kapitalistische Gesellschaftsordnung, in der unterschiedliche Lebensentwürfe keinen Platz finden.,“ fügt Paula hinzu. „Da machen wir doch kein Geheimnis draus.“

PM: Banken-Rave für ein Autonomes Stadtteilzentrum in Linden

Am Mittwoch, den 07.09.2011, haben Unterstützer_innen der „Kampagne Ahoi- Für ein Autonomes Stadtteilzentrum Linden“ die Räumlichkeiten von Geldautomaten in Partylocations verwandelt. Die beiden Sparkassenfilialen als auch die Volksbank auf der Limmerstraße waren von der Umnutzung betroffen. Während ein mobiles Soundsystem für elektronische Tanzatmosphäre in den Filialen sorgte, wurden vor der Tür Flugblätter verteilt und Transparente entrollt. Die Feierlichkeiten wurden nach etwa einer Stunde beim Eintreffen der Polizei aufgelöst, geblieben ist nur die Party-Deko: Luftschlangen und Konfetti. Die „Kampagne Ahoi“, die aus der Besetzung der Limmerstraße 98 Anfang Juni hervorgegangen ist, will mit „temporären Besetzungen öffentlicher Räume auf die Notwendigkeit eines Autonomen Stadtteilzentrums aufmerksam machen, um sich gegen Stadtteilumstrukturierung organisieren zu können“, heißt es in einem Flugblatt. In den vergangenen Monaten seit der Räumung der Limmer98 haben bereits Demonstrationen und Straßenfeste in Linden stattgefunden. „Solange der Schaffung eines Autonomen Stadtteilzentrums weiterhin Steine in den Weg gelegt werden, wird es weitere Aktionen geben“, verkündet die Kampagne in einem anderen Flugblatt.

PM-Demonstration 11.06.11

Heute am 11.06.20011 haben wir uns auf dem Küchengarten Platz getroffen um für ein  offenes selbstverwaltetes Zentrum in Linden und  gegen den Abriss der Limmerstr.98 zu demontrieren.

200 Unterstützer/innen der Besetzung der Limmerstr. 98 schlängelten sich entschlossenen und lautstarken quer durch Linden.  Nach einer Zwischenkundgebung vor der Limmerstr.98 und vielen solidarischen Redebeiträgen endete die Demo wieder auf dem Küchengarten Platz. Während der Demo schlossen sich viele Sympatisant/innen an, worüber wir uns alle gefreut haben.

Wir sind viele! Wir machen weiter!!

Gegen den Abriss der Limmerstr. 98. Für ein offenes selbstverwaltetes Zentrum in Linden!!!

P.S. Kommt alle zum Straßenfest am Donnerstag dem 16.06.2011 um 16:00 Uhr zum Küchengarten Platz.

Wir danken für die zahleichen Solidaritätsbekundungen und die Unterstützung.

Pressemitteilung der Besetzer_innen vom 5. Juni, 2.00 Uhr

Erneute Gespräche mit dem Hausbesitzer

Die Besetzung läuft mittlerweile seit 4 Tagen. Es gibt großen Zuspruch aus dem Stadtteil und darüber hinaus. Besucher_innen spenden Lebensmittel, Geld und Möbel oder bieten konkrete Unterstützung bei Renovierungsarbeiten an.
Freitag und Samstag liefen Gespräche zwischen dem Eigentümer und den Aktivist_innen. Dabei zog der Eigentümer seine zuvor signalisierte Bereitschaft zu Verhandlungen über einen Nutzungsvertrag zurück. Er forderte dazu auf, das Gebäude umgehend zu verlassen und drohte andernfalls mit polizeilicher Räumung und Strafanzeige.

Wir, das Plenum der Hausbesetzung Limmerstraße 98 , fordern den Bezirksrat Linden-Limmer und die Stadt Hannover auf, ihrer Mitverantwortung gerecht zu werden und eine politische Lösung für ein selbstverwaltetes Zentrum in Linden zu finden.
Wir sind weiterhin offen für Verhandlungen, aber nicht bereit, mit leeren Händen zu gehen und das Gebäude zu räumen. Es handelt sich allerdings nicht nur um einen Konflikt zwischen uns und dem Eigentümer! Die rege Beteiligung verschiedenster Menschen aus dem Stadtteil unterstreicht die Notwendigkeit eines selbstverwalteten und unkommerziellen Zentrums in Linden.
Dieses Bedürfnis muss berücksichtigt werden. Für uns heißt das: Ein selbstverwaltetes Zentrum UND kein Abriss dieses Hauses aus der Gründerzeit in der Limmerstraße 98!
Deshalb ist es nun Aufgabe der Stadt und des Bezirksrats, in Verhandlungen mit uns und dem Eigentümer eine politische Lösung zu finden.

Heute am 5. Juni um 16.00 Uhr, findet eine Demonstration statt. Treffpunkt Limmerstraße 98!

Pressemitteilung der Besetzung

PRESSEMITTEILUNG

Leerstehendes Haus in der Limmerstraße 98 besetzt

Heute abend gegen 18:30 Uhr haben Aktivist_Innen  das leerstehende Haus in der Limmerstraße 98 besetzt. Sie wollen damit auf den bevorstehenden Abriss der beiden Gebäude aufmerksam machen.

Das Gebäude, in dem langjährig das Fahrradgeschäft Aschemann ansässig war und seit einiger Zeit leer steht, hat vor Kurzem den Besitzer gewechselt. Durch eine Anfrage im Bezirksrat wurde bekannt, dass ein Abriss der beiden Gebäude unter dieser Adresse geplant ist. Dafür soll ein neues Haus mit sieben Wohneinheiten entstehen. Das für die Gründerzeit typische Gebäude steht leider nicht unter Denkmalschutz. Der Bezirksrat hat sich in einem Beschluss deutlich dafür ausgesprochen, das Gebäude zu erhalten.

Zu einem Dialog zwischen Verwaltung bzw. Politik und den neuen Besitzer_Innen ist es nicht gekommen. Anscheinend soll das Gelände kommerziell verwertet werden. Wir wollen, dass das Gebäude unter Berücksichtigung der sozialen Strukturen des Stadtteils umgenutzt und nicht abgerissen wird. Dazu laden wir die neuen Besitzer_Innen ein, mit uns in einen Dialog zu treten. Linden als klassischer Arbeiter_Innenstadtteil ist zunehmend von der Verteuerung der Mieten betroffen und steht dadurch vor einem Wandel der gewachsenen Lebenskultur. Der Ausschluss von ökonomisch Benachteiligten aus den innenstadtnahen Stadtteilen führt nicht nur in Linden zunehmend zu einem sozialen Problem. Mit unserer Aktion wollen wir auf diese Entwicklung, die durch städtische Modernisierung sozialen Ausschluss erzeugt, aufmerksam machen. Die Modernisierungsprozesse dürfen nicht nur vom Investitionsvolumen bestimmt werden, sondern müssen partizipativ von den Bewohner_Innen des Stadtteils mitbestimmt werden können.

Wir fordern daher:

  • eine Umnutzung des Gebäudebestandes unter Berücksichtigung der sozialen Strukturen des Stadtteils
  • keine kommerzielle Nutzung des Grundstückes
  • der schleichenden Gentrifizierung entgegentreten
  • eine ökologische Sanierung statt Abriss
  • die Eigentümer_Innen auf, ihre Pläne zu überdenken und mit uns und den Initiativen des Stadtteils in Dialog zu treten

Wir betonen, dass von unserer Aktion keine Eskalation ausgeht. Dass Haus ist offen, alle Interessierten sind eingeladen, zu uns zu kommen und mit uns zu diskutieren oder sich an unserer Aktion zu beteiligen. Es geht keinerlei Gefährdung von uns aus, niemand hat ein Interesse, das Gebäude zu beschädigen. Mit dieser deeskalativen Haltung senden wir unser Kontaktangebot an die neuen Eigentümmer_Innen.

Weitere Informationen:

limmer98.wordpress.com

twitter.com/limmer98

Kontakt:

limmer_98@yahoo.de

Tel.: 0175-6701310